von christian vagedes / ein kilogramm käse ist für das klima schädlicher als ein kilogramm rindfleisch (1). dennoch »feiern« viele der politisch verantwortlichen auch 2012 am 1. juni wieder »den tag der milch«. und das, obwohl die alternativen längst in den supermärkten zu finden sind.

die pflanzendrinks, auf denen das wort milch nicht stehen darf, stehen der kuhmilch in nichts nach. pflanzenmilch enthält in der regel mindestens so viel kalzium wie kuhmilch.

die deutsche käseproduktion erreichte mit 2,2 millionen tonnen im jahr 2011 einen traurigen höchstrekord.(2) 2,2 millionen tonnen entsprechen unvorstellbaren 2,2 milliarden kilogramm käse.

jedes kilogramm käse entspricht einer CO2-belastung von 71,4 autokilometern. die deutsche käseproduktion verursachte im jahre 2011 damit einen CO2-ausstoß, der einem verbrauch von 157 milliarden autokilometern entspricht. das ist so viel (man staune!) als wenn 1,5 millionen autos pro jahr jeweils 100.000 kilometer fahren. jeder bundesbürger verbraucht durchschnittlich 213 kilo rohmilch für käse.

der käseverbrauch verursacht also pro bürger eine CO2-belastung vergleichbar mit 15.000 km autofahrt pro jahr. damit nicht genug: für den käse wird die hälfte aller kuhmilch verwendet, weitere fünfzig prozent schlagen zusätzlich zu buche für übrige produkte aus kuhmilch, also z.b. joghurt, quark, butter, trinkmilch und sahne. damit verbrauchte jeder bürger allein durch den konsum von kuhmilchprodukten jährlich 30.000 autokilometer. das ist enorm viel.

laut auskunft des deutschen instituts für wirtschaft fährt jeder in deutschland angemeldete pkw mit durchschnittlich 14.200 fahrzeugkilometern jährlich, fährt also unterhalb des vergleichbaren käseverbrauchs. die bundesbürger verbrauchen also durch ihren gesamtkuhmilchkonsum doppelt (!) soviel CO2 als durch alle von ihnen angemeldeten pkw’s. aus umweltpolitischer sicht sind demnach käse und alle übrigen kuhmilchprodukte ein »no go«.

bedenkt man, dass auf autosprit erhebliche steuern erhoben werden, z.b. 15,4 cent »ökosteuern« pro liter, so erstaunt es, dass kuhmilchprodukte – obwohl von ihnen ein höherer CO2-faktor ausgeht – nicht besteuert, sondern sogar noch suventioniert werden. auf das auto sind viele bürger angewiesen, auf milchprodukte keinesfalls, denn die kann man durch vegane alternativen ersetzen. absurd ist auch die tatsache, dass nicht etwa der konsum von pflanzenmilch belohnt wird, sondern der staat bei kuhmilch sieben, bei sojamilch dagegen 19 prozent mehrwertsteuer erhebt.

die vegane gesellschaft deutschland regt daher die einführung einer ökosteuer auf nichtvegane produkte an, insbesondere auf käse, sie empfiehlt den stopp der subventionen für nichtvegane produkte, eine senkung der mehrwertsteuer für und die subventionierung von veganen produkten. so würden vegane, klima- und umweltschonende produkte günstiger werden als nichtvegane. damit würde der absatz umweltverträglicherer produkte erheblich steigen, was ein großer beitrag zum klima- und umweltschutz bedeuten würde. zugleich kann der umstieg auf pflanzenmilchprodukte tierleid abstellen, er trägt zum globalen recht auf nahrung für alle bei und kann sogar gesundheitsfördernde wirkung haben. 1 ernährungs- und landwirtschaftsorganisation der vereinten nationen (fao), foodwatch, bayerisches staatsministerium für umwelt und gesundheit 2laut offiziellen angaben der milchindustrie für 2011

(1) ernährungs- und landwirtschaftsorganisation der vereinten nationen (fao), foodwatch, bayerisches staatsministerium für umwelt und gesundheit
(2) aut offiziellen angaben der milchindustrie für 2011

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